Entdecken19. November 2026·7 Min. Lesezeit

Das verfluchte Labor: Detektiv-Fall

Ein Genetiker, tot in einem unterirdischen Labor, von dem niemand wusste, und fünf Menschen, die alle einen Grund hatten, ihm zu grollen: Das verfluchte Labor ist unser düsterster Detektiv-Fall. Er ist für 2 bis 6 Spieler ausgelegt, dauert etwa zwei Stunden und kostet 24,90 Euro als PDF. Hier liest du, was in der Akte liegt, wie die Ermittlung methodisch aufgebaut ist und für wen der Fall gemacht ist. Und du erfährst, wann du lieber die Finger davon lässt.

Das verfluchte Labor: Detektiv-Fall

Lyon, März 2026

Du gehörst zum Ermittlerteam der Kriminalpolizei Lyon. Die Leiche von Doktor Viktor Stein, einem weltbekannten Genetiker, wurde in seinem geheimen unterirdischen Labor entdeckt. Fünf Menschen kreisten um ihn, und jeder von ihnen hatte einen Grund, ihm zu grollen. Der Fall verbindet zwei Stoffe, die selten zusammenkommen: eine ganz gewöhnliche Ermittlung mit Autopsiebericht und Zugangsprotokoll und dahinter die Frage, woran Stein wirklich gearbeitet hat. Denn das Labor existierte offiziell nicht, ein Protokoll ging zu weit, und ein Übernahmeangebot lag auf dem Tisch. Die Stimmung ist kühl und technisch, mit Neonlicht statt Kerzen, und der Horror kommt nicht aus dem Dunkel, sondern aus dem, was in den Laborbüchern steht. Wer Science-Fiction mag und gleichzeitig eine saubere Ermittlung will, bekommt hier beides. Blutige Bilder gibt es nicht, unbehagliche schon, und genau darin liegt der Reiz des Szenarios. Für deine Runde heißt das: Ihr ermittelt in einer Gegenwart, die sich vertraut anfühlt, mit E-Mails, Zugangskarten und Verträgen. Genau diese Nähe macht den Fall unbehaglicher als jedes historische Szenario.

Was in der Akte liegt

Die Akte enthält zehn Beweisstücke, fünf Rätsel, einen Leitfaden für Ermittler, ein Briefing, Hinweise in drei Stufen und den abgetrennten Auflösungsteil. Ihr bekommt den Autopsiebericht zu Doktor Viktor Stein, die Zeugenaussage von Nadia Kouri und eine verschlüsselte Nachricht aus Steins Notizbuch. Dazu kommen der toxikologische Befund zur Substanz NTX-7, die letzten Einträge aus dem Laborbuch und wiederhergestellte E-Mails zwischen Kouri und Fontaine. Den Rest bilden ein Artikel aus „Lyon Matin“ vom 9. März 2026, der Grundriss des unterirdischen Labors, der Vertrag über ein Übernahmeangebot von GenoPharma und das Zugangsprotokoll vom 11. März 2026. Besonders ergiebig ist die Kombination aus Grundriss und Zugangsprotokoll, denn sie sagt euch, wer überhaupt hinunterkommen konnte. Wie in allen unseren Detektiv-Fällen ist kein Dokument für sich allein aussagekräftig, und einige wirken zunächst nebensächlich. Ein guter Einstieg ist die Reihenfolge Autopsiebericht, toxikologischer Befund und danach Zugangsprotokoll. Damit klärt ihr zuerst, woran Stein gestorben ist, und erst dann, wer überhaupt in seine Nähe kam.

Motiv, Mittel und Gelegenheit

Dieser Fall hat eine klare Methode, und genau das unterscheidet ihn von den anderen. Eure Aufgabe ist nicht, den erstbesten Verdächtigen zu benennen, sondern alle auszuschließen, die nicht der Täter sein können, bis nur noch eine Person der Faktenprüfung standhält. Dafür prüft ihr für jeden der fünf Verdächtigen drei Bedingungen. Das Motiv: Gab es einen ernsthaften Grund, Steins Tod zu wollen? Das Mittel: Bestand Zugang zu der Substanz, die ihn getötet hat? Die Gelegenheit: War die Person zur fraglichen Zeit überhaupt in der Lage, das Labor zu betreten? Schuldig ist nur, wer alle drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt, und fehlt eine einzige, scheidet die Person aus. Baut euch dafür ein Raster mit fünf Zeilen und drei Spalten und füllt es Beweisstück für Beweisstück. Diese Arbeitsweise macht den Fall lehrreich und erstaunlich befriedigend, weil am Ende nichts übrig bleibt als Logik. Notiert zu jedem Eintrag im Raster die Nummer des Beweisstücks, aus dem er stammt. Wenn ihr euch später widersprecht, könnt ihr in Sekunden nachschlagen, statt die halbe Akte noch einmal zu lesen.

Für welche Runde der Fall gemacht ist

Das verfluchte Labor liegt bei Schwierigkeit 4 von 5 und richtet sich an Runden mit etwas Übung. Es passt zu zwei Personen, die einen ruhigen und dichten Abend wollen, und ebenso zu vier Ermittlern, die sich das Material aufteilen. Besonders gut funktioniert der Fall mit Menschen, die beruflich oder aus Interesse mit Naturwissenschaft, Technik oder Medizin zu tun haben, weil Laborbuch und toxikologischer Befund dann wie ein Heimspiel wirken. Auch als zweiter oder dritter Detektiv-Fall ist er eine gute Station, nachdem eine Runde mit Schwierigkeit 3 gut lief. Für einen späten Abend im Herbst oder Winter ist die Stimmung passend, bei Tageslicht verliert der Fall etwas von seiner Wirkung. Der Preis liegt bei 24,90 Euro, unabhängig von der Gruppengröße, und du bekommst das PDF sofort per E-Mail. Wer stattdessen einen geselligen Abend mit mehreren Gästen plant, findet unter /krimidinner die passenden Szenarien. Weniger gut passt er zu einem Abend, an dem nebenbei gegessen und getrunken wird. Halte die Akte von Tellern und Gläsern fern, denn ein Fettfleck auf dem Zugangsprotokoll ist ärgerlicher, als es klingt.

Was du vorbereiten musst

Rechne mit etwa einer halben Stunde Vorbereitung. Du druckst die Akte selbst aus, es wird nichts per Post verschickt, und die Datei bleibt dir erhalten, sodass du den Fall später mit einer anderen Gruppe erneut drucken kannst. In Farbe lohnen sich der Grundriss des Labors und der toxikologische Befund, alles andere reicht in Schwarzweiß. Drucke den Grundriss nicht verkleinert, denn die Zonen und Zugänge müssen lesbar bleiben. Am Tisch braucht ihr Platz für mehrere gleichzeitig offene Dokumente, Stifte, ein großes Blatt für das Raster aus Motiv, Mittel und Gelegenheit sowie eine Uhr. Die Hinweise in drei Stufen legst du am besten in einen eigenen Umschlag, damit niemand vorschnell hineinschaut, und den Auflösungsteil drehst du um. Für die Atmosphäre genügt kaltes Licht statt Kerzen, gerne eine einzelne Schreibtischlampe. Alle verfügbaren Akten mit Dauer und Schwierigkeitsgrad findest du unter /detektiv-faelle. Leg außerdem eine Uhr oder einen Timer bereit. Wer sich für die erste Stunde ein festes Ziel setzt, etwa alle zehn Beweisstücke einmal gelesen zu haben, kommt am Ende deutlich entspannter zur Lösung.

Für wen dieses Szenario nichts ist

Der Fall ist kühl, technisch und in Teilen unangenehm, denn es geht um Forschung, die Grenzen überschritten hat. Wer eine warme, gesellige Krimistimmung sucht, ist mit einem Krimidinner besser bedient, das ab 19,90 Euro zu haben ist. Als erster Detektiv-Fall überhaupt ist er zu anspruchsvoll, steig lieber eine Stufe darunter ein. Für Kinder ist er nicht geeignet, für Jugendliche ab etwa sechzehn Jahren nur mit Begleitung. Auch wer lieber intuitiv vorgeht als systematisch, wird mit der Methode aus Motiv, Mittel und Gelegenheit fremdeln, denn Raten führt hier ausdrücklich nicht zum Ziel. Ab sieben Personen wird die Akte zu eng, dann warten mehr Leute als lesen. Und wer beim Thema Gentechnik grundsätzlich unwohl reagiert, sollte ein anderes Szenario wählen, denn dieser Fall geht bewusst dorthin, wo es unbehaglich wird. Alles andere wäre eine unehrliche Empfehlung. Für alle anderen gilt: Dieser Fall ist der methodischste im Katalog und damit der beste Test, ob eure Runde wirklich systematisch ermitteln kann.

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Häufige Fragen

Brauche ich naturwissenschaftliches Wissen?+
Nein. Alle Fachbegriffe werden im Material erklärt, und der toxikologische Befund ist so aufgebaut, dass er ohne Vorkenntnisse lesbar bleibt. Wer sich auskennt, hat höchstens etwas mehr Freude an den Details.
Wie schwer ist Das verfluchte Labor?+
Es liegt bei 4 von 5. Der Fall verlangt systematisches Vorgehen und etwa zwei Stunden Konzentration. Als Einstieg empfehlen wir einen Fall mit Schwierigkeit 3 und danach diesen hier als zweite Station.
Wie viele Verdächtige gibt es?+
Fünf. Für jeden prüft ihr Motiv, Mittel und Gelegenheit und schließt aus, wer nicht alle drei Bedingungen erfüllt. Schuldig ist nur, wer am Ende als Einziger der vollständigen Faktenprüfung standhält.
Können wir den Fall an zwei Abenden spielen?+
Ja. Legt die Dokumente in der Reihenfolge zurück, in der ihr sie gelesen habt, und lasst euer Raster liegen. Beim nächsten Mal findet ihr sofort wieder hinein, ohne noch einmal von vorn anfangen zu müssen.

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