Was du wirklich brauchst
Die Ausstattungsliste ist kurz: ein funktionierender Drucker, ein Stapel Papier und zwanzig Minuten. Sonst nichts. Ein Krimidinner für acht Personen umfasst je nach Fall zwischen 35 und 60 Seiten, ein Detektiv-Fall liegt eher bei 25 bis 40 Seiten. Das ist weniger, als viele befürchten, und passt bei den meisten Geräten in eine einzige Papierkassette. Wichtig ist die Reihenfolge: erst das komplette PDF öffnen und durchblättern, dann entscheiden, was in Farbe muss, dann drucken. Wer sofort auf den Druckknopf geht, druckt am Ende doppelt. Prüf außerdem vorab, ob dein Drucker doppelseitig kann. Wenn nicht, druck alles einseitig, das ist beim Sortieren ohnehin praktischer, weil du Hinweise auf dem Tisch auslegen kannst. Und plane das Drucken für den Vorabend ein, nicht für den Nachmittag des Krimidinner-Tages. Leere Patronen haben ein unheimlich gutes Gespür für schlechtes Timing. Plan außerdem ein paar Blatt Reserve ein, weil erfahrungsgemäß mindestens eine Seite schief einzieht oder einen Streifen bekommt und du sie neu drucken willst. Alle Fälle zum Selbstausdrucken findest du unter /krimidinner-zum-ausdrucken.
Papier: 80 g reicht fast immer
Normales Kopierpapier mit 80 Gramm pro Quadratmeter ist für den größten Teil deines Materials völlig ausreichend. Der Ablaufplan, die Zeugenaussagen, die Notizzettel und alles, was nur einmal gelesen wird, braucht nichts Dickeres. Zwei Ausnahmen lohnen sich aber. Erstens die Charakterbögen: Wenn die den ganzen Abend vor jedem Gast liegen, angefasst, gefaltet und neben ein Weinglas geschoben werden, macht 100 oder 120 Gramm einen spürbaren Unterschied. Die Blätter wellen sich nicht und fühlen sich nach etwas an. Zweitens die Beweismittel, die herumgereicht werden, also Briefe, Fotos oder Dokumente. Für sie lohnt sich ein leicht cremefarbenes oder gelbliches Papier, weil es sofort nach Archiv aussieht. Ein Päckchen mit 250 Blatt kostet im Schreibwarenhandel wenige Euro und reicht für mehrere Abende. Wer es noch echter mag, legt ein weißes Blatt zehn Minuten in kalten Tee und lässt es flach trocknen, das ergibt eine überzeugende Patina. Wichtig ist nur, dass du schwereres Papier einzeln in die Kassette legst, denn viele Haushaltsdrucker ziehen 120 Gramm nicht zuverlässig aus einem vollen Stapel ein.
Was in Farbe muss und was nicht
Die ehrliche Antwort: wenig. In Farbe gehören die Titelseite, die Charakterbögen und alles, was auf einem Foto oder einer Illustration beruht, also Tatortbilder, Landkarten und Porträts der Verdächtigen. Das sind je nach Fall acht bis zwölf Seiten. Alles andere, also Ablaufplan, Textdokumente, Zeugenaussagen, Regeln und die Auflösung, kannst du bedenkenlos in Schwarzweiß drucken, ohne dass der Abend billiger aussieht. Im Gegenteil: Ein maschinengeschriebener Brief in Schwarzweiß wirkt oft glaubwürdiger als derselbe Brief in Farbe. Stell den Drucker für die Schwarzweißseiten auf Graustufen um, nicht nur auf Schwarz, sonst mischen manche Geräte trotzdem Farbe hinein. Ein zweiter Spartipp betrifft die Hintergründe: Wenn eine Seite eine große farbige Fläche hat, prüf im Druckdialog die Option für Entwurfsqualität. Für Dokumente, die ohnehin alt aussehen sollen, ist ein etwas blasser Druck kein Fehler, sondern ein Effekt. Eine gute Faustregel lautet: Alles, was ein Gast in die Hand nimmt und ansieht, darf Farbe haben, alles, was nur gelesen wird, braucht keine. Damit landest du fast immer bei den richtigen Seiten und sparst gleichzeitig den größten Teil der Tinte.
Tinte sparen, ohne dass es auffällt
Vier Einstellungen bringen zusammen mehr als jeder Trick mit Nachfüllpatronen. Erstens: Stell die Qualität für Textseiten auf Normal oder Entwurf statt auf Fein. Bei Fließtext sieht man den Unterschied auf einem Küchentisch bei Kerzenlicht nicht. Zweitens: Deaktiviere randlosen Druck, er verbraucht deutlich mehr Farbe und du brauchst ihn hier nicht. Drittens: Druck die Seiten mit farbigen Hintergrundflächen bewusst in Graustufen, wenn dein Fall das erlaubt. Viertens: Druck nie das gesamte PDF blind, sondern wähle im Druckdialog Seitenbereiche, damit du die Auflösung nicht versehentlich zehnmal mitdruckst. Wer einen Laserdrucker hat, ist ohnehin fein raus, Toner ist pro Seite deutlich günstiger als Tinte. Eine Faustregel für die Kalkulation: Rechne mit rund drei bis fünf Euro Materialkosten pro Krimidinner, wenn du zu Hause druckst. Bei einem Fall zwischen 19,90 und 34,90 Euro bleibt der Abend damit klar im Rahmen. Und druck nach dem Kauf einmal eine Testseite, bevor du den ganzen Stapel startest. Eine verstopfte Düse merkst du sonst erst nach dreißig Seiten, und dann ist der halbe Fall unbrauchbar.
Copyshop oder Onlinedruckerei
Wenn du keinen Drucker hast oder die Farbseiten richtig gut aussehen sollen, ist der Copyshop die einfachste Lösung. Schick das PDF per E-Mail oder bring es auf einem Stick mit und gib zwei Angaben mit: welche Seiten in Farbe sollen und dass alles einseitig gedruckt werden soll. Die Preise liegen je nach Stadt bei etwa zehn bis fünfzehn Cent für eine Schwarzweißseite und vierzig bis achtzig Cent für eine Farbseite. Für einen kompletten Fall mit zehn Farbseiten landest du damit ungefähr bei zwölf bis achtzehn Euro. Plane dafür einen Tag Vorlauf ein, besonders am Samstag. Eine Onlinedruckerei lohnt sich nur, wenn du denselben Fall mehrfach spielst, etwa für eine Firmenveranstaltung mit mehreren Tischen, denn dort ist die Lieferzeit der begrenzende Faktor. Nimm das PDF am besten auf einem Stick mit und lass es nicht am Tresen öffnen und durchblättern, sonst liest im schlimmsten Fall jemand die Auflösung laut mit. Für Detektiv-Fälle, die deutlich weniger Seiten haben, ist der Copyshop fast immer die schnellste Variante, eine Übersicht findest du unter /detektiv-faelle.
Sortieren, beschriften, weglegen
Der Druck ist erst die halbe Arbeit, das Sortieren entscheidet über deinen Abend. Nimm dir dafür einen freien Tisch und leg vier Stapel an: Charakterbögen, Hinweise, Spielleitungsmaterial, Auflösung. Die Charakterbögen faltest du einzeln und beschriftest sie außen mit dem Namen des Gastes, nicht nur mit dem Rollennamen, sonst suchst du beim Empfang. Die Hinweise wandern nach Akten getrennt in Briefumschläge, beschriftet mit Akt eins, Akt zwei und Akt drei. Das ist der Handgriff, der am Abend die meisten Nerven spart. Die Auflösung legst du zuunterst, am besten in einen zugeklebten Umschlag, damit niemand versehentlich hineinschaut, auch du nicht. Zum Schluss legst du alles in einer Mappe oder einem Karton an einen Ort, an dem niemand aufräumt. Wenn du den Fall später noch einmal spielen willst, hast du damit ein fertiges Set und musst kein zweites Mal drucken. Kleb an den Umschlag mit dem ersten Akt einen Zettel mit der Uhrzeit, zu der er geöffnet wird. Das klingt übertrieben und ist am Abend die beste Entscheidung des Tages.
Häufige Fragen
Wie viele Seiten hat ein Krimidinner-PDF?+
Je nach Fall und Gruppengröße 35 bis 60 Seiten, bei Detektiv-Fällen eher 25 bis 40. Davon müssen nur etwa acht bis zwölf Seiten in Farbe, der Rest funktioniert in Schwarzweiß genauso gut.
Wird mir das Material auch gedruckt zugeschickt?+
Nein. Alle Fälle gibt es ausschließlich als PDF zum Sofort-Download, du druckst selbst aus. Das hat den Vorteil, dass du auch am Tag der Feier noch bestellen und eine Stunde später bereits am Tisch sitzen kannst.
Kann ich am Handy oder Tablet spielen statt zu drucken?+
Die Charakterbögen lassen sich am Bildschirm lesen, aber die Hinweise gehören auf den Tisch. Weitergereichte Dokumente sind ein großer Teil des Spielgefühls, und Handys am Tisch ziehen die Aufmerksamkeit erfahrungsgemäß aus dem Fall.
Was kostet mich der Druck insgesamt?+
Zu Hause etwa drei bis fünf Euro an Papier und Tinte. Im Copyshop liegst du mit Farbseiten bei ungefähr zwölf bis achtzehn Euro. Der Fall selbst kostet je nach Spielerzahl zwischen 19,90 und 34,90 Euro.



