Themen24. Juni 2026·7 Min. Lesezeit

Krimidinner im Forschungslabor

Ein Forschungsinstitut ist ein moderner geschlossener Kreis: Türen öffnen sich nur mit Karte, jeder Zutritt wird protokolliert, und in der Nacht des Vorfalls waren genau acht Personen im Gebäude. Damit bekommst du etwas, das kein historisches Setting bieten kann, nämlich überprüfbare Alibis auf Papier. Dieser Artikel zeigt dir, wie du daraus einen dichten Abend baust und wie du verhinderst, dass er zur Fachdiskussion wird.

Krimidinner im Forschungslabor

Warum das Labor ein hervorragender Tatort ist

Die Stärke dieses Settings ist die Dokumentation. In einem Forschungsgebäude hinterlässt jeder Schritt eine Spur: Zutrittskarten öffnen Türen und schreiben mit, Kühlschränke protokollieren Temperaturen, Geräte speichern Messzeiten, Proben tragen Etiketten mit Datum und Kürzel. Für ein Krimidinner ist das ein Geschenk, denn Alibis lassen sich damit nicht nur behaupten, sondern prüfen. Genau dieser Abgleich zwischen Aussage und Protokoll ist eine der befriedigendsten Tätigkeiten, die eine Ermittlergruppe haben kann. Dazu kommt der geschlossene Kreis: Ein Gebäude mit Sicherheitsstufen ist nachts hermetisch, wer drin war, war drin. Der zweite große Vorteil ist die Aktualität der Motive. Es geht um Fördermittel, Patente, Erstautorenschaft, Karrieren und um die Frage, wessen Name auf einer Veröffentlichung steht. Diese Motive versteht jede Runde sofort, auch ohne jedes Fachwissen. Lege die Tat in eine einzige Nacht, dann passt das gesamte Protokoll auf ein Blatt und bleibt für alle überschaubar. Wer einen Fall für ein Team sucht, findet passende Formate unter /krimidinner-teambuilding.

Die Rollen im Institut

Sechs bis acht Figuren tragen einen Laborfall problemlos. Die Institutsleitung verantwortet das Projekt und hat den Antrag unterschrieben, dessen Ergebnisse jetzt stimmen müssen. Die Doktorandin oder der Doktorand hat die meiste Arbeit gemacht und steht auf der Veröffentlichung an dritter Stelle. Die Postdoc-Figur ist auf eine Verlängerung angewiesen, die an genau diesem Projekt hängt. Die technische Assistenz kennt jede Maschine, jeden Fehler und jede Abkürzung, die im Labor genommen wird. Der Sicherheitsverantwortliche hat Zugang zu allen Protokollen und weiß, wer wann wo war. Die Ethik- oder Compliance-Figur hat vor Monaten Bedenken angemeldet, die abgewiesen wurden. Und die Geldgeberseite, also ein Unternehmen oder eine Stiftung, erwartet Ergebnisse zu einem bestimmten Termin. Jede dieser Figuren hat ein plausibles Motiv und einen eigenen Zugang zu Informationen, ohne dass du irgendetwas erfinden musst. Verteile die Rollen so, dass Leitung und Nachwuchs nicht von zwei Menschen gespielt werden, die auch im echten Leben in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen.

Kostüme: Kittel, Ausweis, Schutzbrille

Dieses Setting hat das einfachste Kostüm von allen und ist deshalb ideal, wenn deine Gäste keine Lust auf Verkleidung haben. Basis ist Alltagskleidung in gedeckten Farben. Darüber kommt bei den Laborfiguren ein weißer Kittel, den es gebraucht für wenige Euro gibt, notfalls tut es ein weißes Hemd. Das eigentliche Erkennungszeichen ist der Ausweis: ein laminiertes Kärtchen mit Foto, Name, Abteilung und vor allem einer Sicherheitsstufe. Diese Stufe ist gleichzeitig Spielmechanik, denn sie entscheidet, wer welchen Raum betreten durfte. Ergänze je nach Figur eine Schutzbrille, Handschuhe, ein Klemmbrett, eine Stoppuhr oder einen Schlüsselbund. Die Leitungsfigur trägt keinen Kittel, sondern Sakko, und die Figur vom Geldgeber erscheint als Einzige im Anzug, was den Kontrast im Raum sofort sichtbar macht. Drucke die Ausweise mit demselben Layout, dann wirkt die Gruppe augenblicklich wie eine Belegschaft. Wer mag, ergänzt eine Kaffeetasse mit dem Logo des Instituts, gedruckt auf einen Aufkleber, das ist in fünf Minuten gemacht und sorgt für Schmunzler.

Deko und Licht: nüchtern ist die Stimmung

Ein Labor wirkt nicht durch Gemütlichkeit, sondern durch Ordnung und kaltes Licht. Wenn du helle Leuchtmittel hast, nutze sie hier ausnahmsweise, ein weißer Lichtkegel über dem Arbeitstisch ist genau richtig. Auf den Tisch kommen Gegenstände aus der Küche, die im richtigen Kontext sofort nach Labor aussehen: Glasflaschen mit beschrifteten Etiketten, Messbecher, eine Waage, ein Thermometer, Einweghandschuhe, ein Ständer mit kleinen Fläschchen. Der eigentliche Effekt kommt aber wieder vom Papier: das Zutrittsprotokoll der Tatnacht, ein Laborbuch mit nummerierten Seiten, ein Temperaturdiagramm, ein Antragsformular, eine E-Mail im Ausdruck. Häng zusätzlich einen Belegungsplan und eine Sicherheitsunterweisung an die Wand. Verzichte auf grün leuchtende Flüssigkeiten und rauchendes Trockeneis, denn das schiebt den Abend Richtung Science-Fiction. Die Stärke des Settings liegt in seiner Nüchternheit: Es soll wirken wie ein echter Arbeitsplatz, an dem etwas schiefgegangen ist. Ein Wischmopp in der Ecke und ein Schild mit der Aufschrift „Zutritt nur mit Berechtigung“ an der Tür kosten nichts und setzen den Rahmen sofort.

Welche Intrige im Institut trägt

Drei Muster funktionieren zuverlässig. Erstens die manipulierte Studie: Eine Messreihe passt zu gut, jemand hat Daten geglättet, und mehrere Personen ahnen es. Der Streit darüber, wer davon wusste, trägt einen ganzen Abend. Zweitens das Patent: Eine Entdeckung wird angemeldet, und der Name auf der Anmeldung ist nicht der Name der Person, die sie gemacht hat. Drittens der Vorfall: In der Nacht wurde eine Probe entnommen, ein Gerät falsch bedient oder ein Kühlschrank abgeschaltet, und die Folgen treffen jemanden persönlich. Kombiniere höchstens zwei dieser Stränge. Wichtig ist, dass der Abgleich der Protokolle einen echten Widerspruch ergibt: Eine Figur behauptet, um 22 Uhr gegangen zu sein, aber ihre Karte öffnet um 23.10 Uhr die Tür zum Kühlraum. Solche kleinen, harten Details sind der Kern des Settings, und deine Gäste finden sie mit sichtbarem Vergnügen. Gib den entscheidenden Widerspruch nicht zu früh aus, sondern erst in der dritten Runde, wenn alle übrigen Aussagen bereits auf dem Tisch liegen.

Fallen, die du vermeiden solltest

Erstens die Fachsprache. Sobald Fachbegriffe nötig sind, um den Fall zu verstehen, verlierst du die Hälfte der Runde. Alles muss sich in Alltagssprache erklären lassen, das Labor liefert nur den Rahmen. Zweitens die Science-Fiction-Falle: Sobald ein Virus entkommt oder ein Experiment außer Kontrolle gerät, wird aus der Ermittlung ein Katastrophenfilm. Halte den Fall klein und menschlich. Drittens aktuelle Themen, die Menschen persönlich betreffen, etwa laufende Gesundheitsdebatten. Erfinde das Forschungsfeld lieber unscharf. Viertens zu viele Dokumente auf einmal: Gib die Protokolle in Runden aus, sonst liegt zu Beginn ein Papierberg auf dem Tisch. Fünftens ein Zeitplan ohne Uhrzeiten. Bei diesem Setting steht und fällt alles mit der Zeitleiste der Tatnacht, also zeichne sie groß auf ein Blatt in der Tischmitte. Sechstens zu wenig Pausen: Ein Abend voller Tabellen ermüdet, plane deshalb zwischen den Runden jeweils zehn Minuten für Essen und Gespräche ein. Wenn du einen Fall willst, der auf dein Team und eure eigenen Abteilungen zugeschnitten ist, schreiben wir ihn unter /krimidinner-nach-mass.

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Häufige Fragen

Brauche ich naturwissenschaftliche Kenntnisse?+
Nein. Die Motive sind Geld, Anerkennung und Karriere, und die versteht jede Runde sofort. Alle Dokumente sind in Alltagssprache gehalten, Fachbegriffe kommen nur als Namen von Geräten oder Proben vor.
Wie mache ich Zutrittsprotokolle spielbar?+
Als einfache Tabelle mit Uhrzeit, Name, Tür und Sicherheitsstufe, ausgedruckt auf einem Blatt. Die Gruppe gleicht sie mit den Aussagen ab. Ein einziger Eintrag, der nicht zur Aussage passt, reicht als Auslöser für die entscheidende Diskussion.
Passt das Setting für einen Betriebsabend?+
Sehr gut, weil Kittel und Ausweis als Kostüm genügen und niemand schauspielern muss. Achte nur darauf, dass die Konflikte im Fall erfunden bleiben und keine realen Hierarchien oder Vorgänge aus dem Unternehmen abbilden.
Wie viele Personen brauche ich für einen Laborfall?+
Sechs bis zehn sind ideal, damit Leitung, Nachwuchs, Technik, Sicherheit und Geldgeber besetzt sind. Unsere Boxen sind nach Spielerzahl gestaffelt und kosten je nach Gruppengröße zwischen 19,90 und 34,90 Euro als PDF zum Selbstausdrucken.

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