Was ein Krimidinner wirklich kostet
Rechne ehrlich durch, dann verliert das Thema seinen Schrecken. Eine Box für 6 bis 8 Spieler kostet 19,90 €, für 9 bis 10 Spieler 24,90 € und für 11 bis 12 Spieler 34,90 €. Bei acht Gästen sind das 2,50 € pro Person für den kompletten Abend, also weniger als ein Getränk in der Bar. Dazu kommt der Druck: Charakterbögen, Hinweise und der Leitfaden liegen zusammen meist bei 30 bis 50 Seiten. Zu Hause in Schwarzweiß kostet das wenige Euro, im Copyshop je nach Preis etwas mehr. Deko und Requisiten liegen bei null, wenn du nimmst, was ohnehin da ist. Der größte Posten ist also das Essen, und das hättest du an einem Abend mit Gästen ohnehin gekocht. Ein realistischer Gesamtrahmen für acht Personen inklusive Abendessen liegt bei 60 bis 90 €, und davon entfällt der kleinste Teil auf das Spiel selbst. Alle Szenarien und Stufen findest du unter /krimidinner.
Clever drucken: was in Farbe muss und was nicht
Der Druck ist die einzige Stelle, an der unnötig Geld verschwindet. Drucke den Leitfaden für die Spielleitung und alle Charakterbögen in Schwarzweiß, das kostet einen Bruchteil und liest sich genauso gut. Farbe lohnt sich nur bei zwei Dingen: bei Beweisstücken, auf denen eine Farbe zur Lösung gehört, etwa ein markierter Plan, und beim Deckblatt, falls du es als Tischdeko nutzen willst. Setze im Druckdialog die Option für beidseitigen Druck, spare dir aber diese Einstellung bei den Hinweisen, die du ausschneidest. Wenn du keinen Drucker hast, lade das PDF im Copyshop hoch und lass nur die Seiten drucken, die du wirklich brauchst. Ein Tipp für den Abend selbst: Drucke einen zusätzlichen Satz der Hinweise, falls etwas im Soßentopf landet. Alle Details zum Ausdrucken und Vorbereiten findest du unter /krimidinner-zum-ausdrucken. Sortiere die gedruckten Seiten direkt nach dem Drucken in Stapel pro Figur. Das kostet fünf Minuten und erspart dir die Sucherei, wenn die ersten Gäste schon an der Tür stehen.
Deko für unter zehn Euro
Die stärkste Deko ist Licht, und Licht ist fast gratis. Deckenlampe aus, Teelichter in leere Gläser, eine warme Lampe in der Ecke: Damit sieht jedes Wohnzimmer nach Szenario aus. Eine dunkle Tischdecke oder ein altes Bettlaken in Bordeaux ersetzt jede gekaufte Tischdeko. Namensschilder mit den Figurennamen bastelst du in zehn Minuten aus gefalteten Karteikarten, und sie wirken stärker als alles andere, weil sie den Tisch sofort in die Geschichte holen. Requisiten findest du im eigenen Haushalt: eine alte Schmuckschatulle, ein Kartenspiel, eine leere Weinflasche, ein Schlüsselbund, eine Taschenlampe. Vermeide gekaufte Themensets, sie sehen auf Fotos billig aus und landen danach im Schrank. Wenn du zehn Euro ausgeben willst, investiere sie in Umschläge und etwas festeres Papier für die Hinweise: Diese beiden Dinge merkt man am Tisch wirklich. Wenn du sparen und trotzdem Eindruck machen willst, nimm Papier in die Hand: Ein Hinweis, den du kurz mit kaltem Kaffee betupfst und trocknen lässt, sieht aus wie ein Fund aus einem alten Archiv.
Das Menü: ein Topf, drei Akte
Ein Krimidinner braucht ein Essen, das wartet. Alles, was aus einem Topf kommt und warmgehalten werden kann, ist im Vorteil: Eintopf, Chili, Curry, Auflauf, Suppe. Serviere die Vorspeise in Akt 1, den Hauptgang zwischen Akt 1 und Akt 2 und den Nachtisch nach der Auflösung. So kocht niemand, während die Gruppe ermittelt. Günstig und passend zugleich ist außerdem das Buffet-Prinzip: Brot, Käse, Aufstriche, Gemüse, eine große Schüssel Salat. Das passt zu fast jedem Szenario, weil sich die Gäste selbst bedienen und du nicht den ganzen Abend aufstehen musst. Wenn Gäste fragen, was sie mitbringen sollen, verteile konkrete Aufgaben statt eines allgemeinen „Irgendwas“: eine Person bringt Nachtisch, eine bringt Getränke, eine bringt Brot. Damit sinken deine Kosten spürbar, ohne dass es sich nach Sammelbüchse anfühlt. Rechne dabei auch mit deiner Zeit. Ein Gericht, das eine Stunde im Ofen steht, ist am Ende günstiger als eines, das dich mitten im Spiel an den Herd bindet.
Kostüme aus dem eigenen Schrank
Kostüme sind der Posten, bei dem die meisten Gäste in Panik geraten und Geld ausgeben, das niemand verlangt hat. Schreib deshalb in die Einladung genau einen Satz pro Figur, der mit Sachen aus dem Kleiderschrank machbar ist: dunkler Anzug, weißes Hemd, auffälliger Schal, viel Schmuck, Hut. Ein einzelnes Accessoire pro Person reicht vollkommen, um einen Tisch stimmig aussehen zu lassen. Wer mehr will, findet in Secondhandläden für wenige Euro Fliegen, Broschen oder Federboas. Halte zusätzlich zwei bis drei neutrale Accessoires bereit, ein Tuch, eine Brille, einen Hut, für alle, die ohne Verkleidung ankommen. Und mach klar, dass niemand ausgeschlossen wird, der in Jeans erscheint: Sobald der erste Hinweis auf dem Tisch liegt, schaut ohnehin niemand mehr auf die Kleidung. Und wenn deine Runde Verkleidung grundsätzlich ablehnt, lass sie einfach weg. Namensschilder mit den Figurennamen und gedimmtes Licht reichen völlig, der Dresscode ist ein Bonus und kein Bestandteil des Spiels. Zwei Sicherheitsnadeln in der Schublade haben außerdem schon mehr Kostüme gerettet als jeder Einkauf.
Wo du besser nicht sparst
Drei Dinge sind es wert, dass du dort nicht kürzt. Erstens die Zahl der Charakterbögen: Wenn zwei Gäste sich eine Rolle teilen, weil die kleinere Stufe billiger war, langweilt sich einer von beiden den ganzen Abend. Wähle die Stufe, die zu deiner echten Gästezahl passt. Zweitens die Zeit für die Vorbereitung: Etwa 30 Minuten zum Drucken, Ausschneiden und Beschriften sind der Unterschied zwischen einem runden Abend und einem, bei dem die Spielleitung ständig sucht. Drittens die Getränke, allerdings anders als gedacht: Stell genug Wasser und etwas Alkoholfreies bereit, sonst lässt die Konzentration im dritten Akt nach, und gerade der lebt von den Details. Alles andere, von der Deko bis zum Menü, kannst du guten Gewissens auf das Nötigste zusammenstreichen. Eine letzte Regel kostet gar nichts: Lies den Leitfaden einmal komplett, bevor die Gäste kommen. Das ist die einzige Vorbereitung, die sich durch nichts ersetzen lässt, und sie macht aus einem günstigen Abend einen guten.
Häufige Fragen
Was kostet ein Krimidinner pro Person?+
Bei einer Box für 19,90 € und acht Spielern sind es 2,50 € pro Person, plus wenige Euro für den Schwarzweißdruck. Das Essen bleibt der größte Posten, es wäre bei einem normalen Abend mit Gästen aber ohnehin angefallen.
Brauche ich einen Farbdrucker?+
Nein. Leitfaden und Charakterbögen funktionieren in Schwarzweiß einwandfrei. Farbe lohnt sich nur bei Beweisstücken, bei denen eine Farbe zur Lösung gehört. Ohne eigenen Drucker lädst du das PDF einfach im Copyshop hoch.
Kann ich die Box mehrfach verwenden?+
Das PDF bleibt deins, du kannst es also erneut ausdrucken und mit einer anderen Gruppe spielen. Nur mit denselben Gästen funktioniert ein Szenario kein zweites Mal, weil die Auflösung dann bekannt ist.
Lohnt sich Deko überhaupt?+
Ja, aber nur die günstige. Gedimmtes Licht, Kerzen, eine dunkle Tischdecke und Namensschilder mit den Figurennamen bringen mehr Wirkung als jedes gekaufte Themenset, und zusammen kosten sie fast nichts.



