Warum die Weihnachtsfeier jedes Jahr gleich verläuft
Das Problem ist nicht mangelnde Mühe, sondern fehlende Struktur. Ein Buffet plus offener Abend bedeutet, dass jeder selbst entscheiden muss, mit wem er spricht, und diese Entscheidung fällt fast immer zugunsten der vertrauten Kollegen aus. Deshalb sitzt die Buchhaltung wieder unter sich, die Entwicklung bleibt am Stehtisch, und die neue Kollegin aus dem dritten Stock redet den ganzen Abend mit derselben Person. Ein Krimidinner nimmt diese Entscheidung ab. Die Rollen legen fest, wer mit wem zu tun hat, und zwar quer durch die Abteilungen. Dazu kommt, dass ein Fall eine gemeinsame Aufgabe schafft, an der auch Menschen teilnehmen, die ungern Smalltalk führen. Nach zwei Stunden haben Leute miteinander geredet, die sich sonst nur aus dem Verteiler kennen. Und der Abend hat ein Ende, nämlich die Auflösung, statt gegen 22 Uhr langsam auszufransen. Wie Krimidinner in beruflichen Runden generell wirken, beschreiben wir unter /krimidinner-teambuilding. Und es löst ein Problem, das jede Feier hat: Niemand muss überlegen, wann der richtige Moment zum Gehen ist, weil die Auflösung diesen Moment vorgibt.
Hierarchien: wer welche Rolle bekommt
Die Rollenverteilung ist bei einer Firmenfeier der heikelste Punkt, und zwar in beide Richtungen. Gib der Geschäftsführung keine Rolle, die von allen anderen bloßgestellt wird, und gib den Auszubildenden keine Statistenrolle ohne eigenen Auftrag. Am besten funktioniert eine bewusste Umkehrung: Die Chefin spielt eine Figur mit wenig Macht, die Werkstudentin eine mit vielen Informationen. Das ist ein kleiner Bruch mit dem Alltag, den fast alle als befreiend empfinden, solange niemand vorgeführt wird. Verteile die Rollen nicht öffentlich, sondern per E-Mail an jede Person einzeln, und frag vorher ab, wer lieber eine ruhigere Figur hätte. Vermeide außerdem Fälle, die im Büro spielen. Ein Szenario in einem Hotel, in einem Zug oder auf einem Anwesen schafft Abstand, und genau dieser Abstand sorgt dafür, dass sich niemand angesprochen fühlt. Sonst wird aus einer harmlosen Anschuldigung im Spiel schnell eine Anspielung auf ein echtes Projekt. Frag die Rollenwünsche außerdem anonym ab, etwa über ein kurzes Formular, dann muss niemand vor dem Team sagen, dass er lieber im Hintergrund bleiben möchte.
Große Abteilungen: das Teamformat
Ein klassisches Krimidinner am Tisch funktioniert bis etwa zwölf Personen. Viele Weihnachtsfeiern sind größer, und dafür gibt es zwei bewährte Wege. Beim Teamformat bildest du fünf bis sieben Ermittlerteams mit je drei bis vier Personen. Jedes Team übernimmt gemeinsam eine Rolle, bespricht sich intern und schickt abwechselnd jemanden in die Verhöre. Das hält alle im Spiel und senkt den Druck auf Einzelne deutlich, was für zurückhaltende Kolleginnen wichtig ist. Beim Stationenbetrieb verteilst du Hinweise und Zeugen auf mehrere Räume, die Gäste bewegen sich frei und tragen ihre Ergebnisse an einer zentralen Ermittlungstafel zusammen. Dieses Format verträgt auch, dass Leute später kommen oder früher gehen, was bei Firmenfeiern die Regel ist. In beiden Fällen brauchst du mindestens zwei Personen für die Organisation, und mische die Teams bewusst über Abteilungsgrenzen hinweg. Genau darin liegt der eigentliche Effekt des Abends. Plane für große Runden außerdem Namensschilder mit Rollennamen ein, denn in Firmen mit mehreren Standorten kennen sich längst nicht alle Beteiligten beim Namen.
Der Raum: Kantine, Besprechungsraum oder Restaurant
Der Ort entscheidet mehr über die Stimmung als das Szenario. Eine Kantine hat Platz und Tische, aber auch Neonlicht und eine Akustik, in der man sich anschreien muss. Schalte die Deckenbeleuchtung aus und stelle Stehlampen oder Lichterketten auf, das verändert den Raum in fünfzehn Minuten komplett. Stelle die Tische zu mehreren Inseln statt zu einer langen Reihe, dann versteht jede Gruppe sich selbst. Ein Besprechungsraum eignet sich für Runden bis zwölf Personen hervorragend, weil er eine Tür hat, die man schließen kann. Räum ihn vorher komplett leer, Flipcharts mit Quartalszahlen zerstören jede Atmosphäre. Ein Restaurant funktioniert nur mit separatem Nebenzimmer und einer klaren Absprache über die Dauer, drei Stunden am selben Tisch sind für manche Häuser ungewohnt. Plane in jedem Fall eine Fläche für die Hinweise ein, eine Kommode oder ein freier Tisch reicht, und eine Wand für die Ermittlungstafel. Bereite außerdem ein zweites Set der wichtigsten Hinweise vor, denn bei Teams, die durch mehrere Räume wandern, geht erfahrungsgemäß immer ein Blatt verloren.
Freiwilligkeit, Alkohol und die stillen Kollegen
Eine Weihnachtsfeier ist Arbeitszeit oder zumindest arbeitsnah, und niemand sollte zum Rollenspiel gezwungen werden. Kündige das Format deshalb früh und ehrlich an: dass jeder eine Figur bekommt, dass niemand schauspielern können muss und dass es eine Alternative gibt. Diese Alternative ist wichtiger, als sie klingt. Biete zwei oder drei Rollen an, die vor allem zuhören und beobachten, etwa Ermittler ohne eigenes Geheimnis, und vergib sie an alle, die darum bitten. Beim Alkohol gilt die praktische Regel: Wer seinen Charakterbogen nicht mehr lesen kann, spielt nicht mehr mit. Ein Begrüßungsdrink zu Beginn, danach Wasser und Softdrinks auf den Tischen, der Rest nach der Auflösung. Sorge für alkoholfreie Varianten, die genauso gut aussehen wie alles andere. Und lege den Fall in ein Setting, das mit Weihnachten nichts zu tun haben muss, aber auch niemanden ausschließt, der nicht feiert. Das Material bekommst du als PDF, wie der Druck abläuft, steht unter /krimidinner-zum-ausdrucken. Und lege vorher fest, wer nüchtern bleibt und die Taktung übernimmt, diese Person sollte rechtzeitig wissen, dass diese Aufgabe auf sie zukommt.
Zeitplan und Kosten für einen Firmenabend
Ein Ablauf, der sich in vielen Firmen bewährt hat: Ab 18 Uhr Ankommen mit Getränk, um 18.30 Uhr die Worte der Geschäftsführung, kurz gehalten und vor dem Spiel. Um 18.45 Uhr erklärst du das Format und verteilst die Namensschilder, um 19 Uhr startet der Fall mit dem Buffet. Drei Runden zu je vierzig Minuten führen bis etwa 21.30 Uhr, dann wird abgestimmt und aufgelöst. Ab 22 Uhr ist der offizielle Teil vorbei und wer möchte, bleibt. Bei den Kosten ist die Rechnung erfreulich: Ein Fall kostet je nach Gruppengröße zwischen 19,90 und 34,90 Euro, dazu kommen Druckkosten von etwa zehn bis zwanzig Euro im Copyshop. Für ein Team von zwanzig Personen liegt das Spielmaterial damit bei unter drei Euro pro Kopf, und das ist ein Bruchteil dessen, was ein externer Anbieter für einen Abend verlangt. Der größere Posten bleibt das Essen. Rechne beim Essen mit dem üblichen Rahmen deines Hauses, ein Buffet ist bei diesem Format ohnehin praktischer als ein serviertes Menü in mehreren Gängen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Weihnachtsfeier mit Krimidinner?+
Rechne mit drei bis vier Stunden inklusive Essen und Begrüßung. Der Fall selbst braucht etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Lege Ansprachen bewusst vor den Start, dann unterbricht nichts den Spannungsbogen des Abends.
Was kostet das für ein Team von zwanzig Personen?+
Das Spielmaterial liegt bei unter drei Euro pro Kopf. Der Fall kostet je nach Gruppengröße 19,90 bis 34,90 Euro, dazu etwa zehn bis zwanzig Euro Druckkosten. Es wird nichts verschickt, du bekommst das PDF per E-Mail.
Was ist mit Kollegen, die kein Rollenspiel mögen?+
Halte zwei bis drei Rollen bereit, die vor allem beobachten und befragen, ohne eigenes Geheimnis. Kündige das Format früh an und stelle klar, dass niemand schauspielern muss. Erfahrungsgemäß steigen die meisten nach zwanzig Minuten von selbst ein.
Darf die Geschäftsführung der Täter sein?+
Möglich, aber überlege es dir gut. In manchen Häusern ist das der Lacher des Abends, in anderen unangenehm. Sicherer ist eine Figur mit wenig Macht in der Geschichte, das sorgt für einen angenehmen Bruch mit dem Alltag.


