Entdecken29. Oktober 2026·7 Min. Lesezeit

Detektiv-Fall oder Krimidinner?

Beide Formate drehen sich um ein Verbrechen, beide kommen als PDF zum Ausdrucken, und trotzdem entstehen daraus zwei völlig verschiedene Abende. Beim einen spielst du eine Figur und verschweigst etwas, beim anderen sitzt ihr gemeinsam über einer Akte. Wer das verwechselt, lädt die falschen Leute zum falschen Format ein. Dieser Vergleich zeigt dir in fünf Minuten, welcher der beiden Abende zu deiner Runde passt.

Detektiv-Fall oder Krimidinner?

Der grundlegende Unterschied in einem Satz

Beim Krimidinner spielt ihr gegeneinander, beim Detektiv-Fall miteinander. Das klingt nach einer Feinheit, verändert aber alles. Beim Krimidinner bekommt jeder eine Rolle mit einem Geheimnis, das er möglichst lange für sich behält, und einer davon ist der Täter. Es gibt also Interessen am Tisch, die sich widersprechen, und der Reiz besteht darin, Lügen zu erkennen. Beim Detektiv-Fall gibt es keine Rollen und keine Lügen unter den Spielenden. Stattdessen bekommt ihr eine Ermittlungsakte mit Zeugenaussagen, Fotos, Berichten und Indizien, und ihr arbeitet sie gemeinsam durch, bis ihr wisst, wer es war. Der Gegner ist der Fall, nicht der Nachbar. Daraus folgt fast alles andere: Gruppengröße, Dauer, die nötige Bereitschaft, sich zu exponieren, und sogar die Sitzordnung. Ein Krimidinner braucht Blickkontakt über den Tisch, ein Detektiv-Fall braucht Platz für ausgebreitete Dokumente. Daraus folgt eine ganz praktische Konsequenz für die Einladung: Beim Detektiv-Fall genügt die Frage, ob jemand Lust auf einen Rätselabend hat. Beim Krimidinner musst du vorher sagen, dass jeder eine Rolle bekommt, sonst springt am Abend überrascht jemand ab.

So läuft ein Detektiv-Fall ab

Du druckst die Akte aus und legst sie in der vorgegebenen Reihenfolge bereit. Am Abend selbst öffnet ihr das erste Kapitel, lest die Ausgangslage und arbeitet euch dann durch die Beweismittel: Vernehmungsprotokolle, ein Obduktionsbericht, Telefonlisten, Fotos, Notizen. Nach jedem Abschnitt steht eine Frage, die ihr gemeinsam beantworten müsst, bevor es weitergeht, und die Lösungen stehen in einem getrennten Teil, den ihr erst am Ende aufschlagt. Niemand leitet das Spiel, alle sitzen auf derselben Seite. Typischerweise dauert ein solcher Fall eineinhalb bis zweieinhalb Stunden, er lässt sich problemlos unterbrechen, und ihr braucht kein Menü, keine Rollen und keine Kostüme. Gespielt wird oft zu zweit bis zu sechst, auch am Küchentisch an einem Dienstagabend. Unsere Detektiv-Fälle kosten 24,90 Euro, kommen per Sofort-Download und werden ebenfalls nicht verschickt. Eine Übersicht findest du unter /detektiv-faelle. Praktisch ist außerdem, dass ein Detektiv-Fall keine feste Uhrzeit braucht: Angefangen wird, wann es passt, und nach einem Kapitel könnt ihr unterbrechen und eine Woche später weitermachen, ohne dass etwas verloren geht.

So läuft ein Krimidinner ab

Eine Woche vorher bekommt jeder Gast seinen Charakterbogen per E-Mail, mit Namen, Beruf, Beziehungen, Geheimnis und Zielen für den Abend. Am Abend selbst empfangt ihr euch in Rolle, dann verkündet die Spielleitung den Mord, und in drei Runden, die an die Gänge des Essens gekoppelt sind, werden Hinweise ausgegeben und Figuren befragt. Am Ende stimmen alle über den Täter ab, danach wird die Auflösung vorgelesen. Der Abend dauert inklusive Essen dreieinhalb bis vier Stunden, dazu kommt meist eine Stunde Nachgespräch. Verglichen mit dem Detektiv-Fall brauchst du hier mehr Vorbereitung, mehr Leute und mehr Bereitschaft, vor der Gruppe zu sprechen. Dafür bekommst du etwas, das ein Detektiv-Fall nicht liefert: Menschen, die einander mit vollem Ernst Dinge unterstellen, die nie passiert sind. Die verfügbaren Fälle stehen unter /krimidinner, gestaffelt nach Gruppengröße zwischen 19,90 und 34,90 Euro. Wichtig ist bei diesem Format die verbindliche Zusage. Weil jede Figur Informationen trägt, die sonst niemand hat, fällt eine kurzfristige Absage stärker ins Gewicht als bei einem Abend, an dem alle dieselben Unterlagen lesen.

Gruppengröße und Dauer im direkten Vergleich

Hier liegt das klarste Entscheidungskriterium. Ein Detektiv-Fall funktioniert ab zwei Personen und bis etwa sechs, danach wird es eng um die Dokumente und die Ruhigeren lesen nicht mehr mit. Ein Krimidinner braucht mindestens sechs Personen, damit genug Verdächtige am Tisch sitzen, und läuft bis zwölf sehr gut. Daraus ergibt sich eine schlichte Regel: Zu zweit, zu dritt oder zu viert nimmst du den Detektiv-Fall, ab sechs das Krimidinner. Bei fünf Personen entscheidet der Geschmack der Gruppe. Auch bei der Dauer unterscheiden sie sich deutlich. Der Detektiv-Fall füllt einen Abend von zwei Stunden, lässt sich auf zwei Sitzungen aufteilen und braucht keine Planung über Wochen. Das Krimidinner ist ein kompletter Abend mit Vorlauf, Termin, Essen und Einladung. Wer zwischen Woche und Wochenende unterscheidet, hat die Faustregel schon fast beisammen. Bei der Vorlaufzeit gilt dieselbe Logik. Einen Detektiv-Fall kannst du eine Stunde vorher kaufen und ausdrucken, ein Krimidinner braucht mindestens ein paar Tage, weil die Charakterbögen vorher gelesen werden wollen.

Wer sich wobei wohler fühlt

Es gibt Menschen, die beim Gedanken an eine Rolle sofort Lust bekommen, und andere, denen dabei unwohl wird. Beide Gruppen bekommen hier ein passendes Format, und das ist der eigentliche Wert des Vergleichs. Wer gern redet, improvisiert und Aufmerksamkeit mag, ist beim Krimidinner richtig. Wer lieber kombiniert, Details liebt und nicht schauspielern will, ist beim Detektiv-Fall besser aufgehoben, denn dort spricht niemand in einer fremden Stimme. Auch für gemischte Runden gibt es eine brauchbare Lösung: Ein Detektiv-Fall funktioniert gut mit Menschen unterschiedlichen Alters, weil die Beteiligung über Lesen, Ordnen und Mitdenken läuft und nicht über Präsenz am Tisch. Für Jugendliche ab etwa zwölf Jahren ist er deshalb oft der leichtere Einstieg. Und wer beides ausprobieren will, beginnt am besten mit dem Detektiv-Fall, weil er weniger Vorbereitung braucht und niemanden überfordert. Eine Mischung funktioniert übrigens auch: Wer eine Gruppe hat, in der zwei Personen unbedingt eine Rolle spielen wollen und zwei auf keinen Fall, fährt mit dem Detektiv-Fall besser, weil dort niemand etwas darstellen muss und trotzdem alle beschäftigt sind.

Format, Preis und was du jeweils brauchst

Beide Formate kommen als PDF per Sofort-Download nach dem Kauf, es wird nichts per Post verschickt, und du druckst alles selbst aus. Für einen Detektiv-Fall brauchst du den Ausdruck der Akte, Stifte, etwas Tischfläche und zwei bis zweieinhalb Stunden Zeit. Kosten: 24,90 Euro für die Gruppe, unabhängig von der Personenzahl. Für ein Krimidinner brauchst du den Ausdruck aller Charakterbögen und Hinweise, Umschläge zum Sortieren, ein Essen in drei Gängen, eine Woche Vorlauf für die Rollenverteilung und einen Abend von mindestens vier Stunden. Kosten: zwischen 19,90 und 34,90 Euro, je nach gewählter Gruppengröße. Der Rest ist Geschmack. Viele Gruppen spielen ohnehin beides, nur zu unterschiedlichen Anlässen: den Detektiv-Fall an einem regnerischen Sonntag zu dritt, das Krimidinner zum runden Geburtstag mit zehn Gästen. Die beiden Formate konkurrieren weniger, als es zunächst aussieht. Ein letzter praktischer Unterschied betrifft den Platz. Für den Detektiv-Fall brauchst du freie Tischfläche, auf der Dokumente nebeneinanderliegen können, für das Krimidinner dagegen einen Tisch, an dem sich wirklich alle gegenseitig ansehen können.

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Häufige Fragen

Kann man einen Detektiv-Fall allein spielen?+
Ja, das funktioniert gut, dauert aber länger, weil dir die zweite Perspektive fehlt. Zu zweit ist es erfahrungsgemäß am angenehmsten, weil ihr Theorien gegeneinander abwägen könnt. Ein Krimidinner allein ist dagegen nicht spielbar.
Braucht ein Detektiv-Fall auch ein Menü?+
Nein. Essen ist beim Detektiv-Fall kein Teil des Ablaufs, viele Gruppen spielen ihn mit Knabberkram und Getränken. Beim Krimidinner dagegen ist das Menü in die Struktur eingebaut, weil jeder Gang eine neue Runde eröffnet.
Welches Format ist leichter?+
Der Detektiv-Fall hat die niedrigere Einstiegshürde, weil niemand eine Rolle spielen muss. Anspruchsvoller ist er beim Kombinieren, denn ihr müsst Widersprüche in Dokumenten tatsächlich finden. Das Krimidinner verlangt weniger Logik, dafür mehr Präsenz.
Was eignet sich besser für Kinder und Jugendliche?+
Ab etwa zwölf Jahren der Detektiv-Fall. Er kommt ohne Lügen und ohne Rollenspiel aus, und die Gruppe arbeitet gemeinsam an einer Lösung. Klassische Krimidinner setzen mehr Selbstsicherheit vor der Gruppe voraus und funktionieren eher ab dem Jugendalter.

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