Entdecken12. August 2026·8 Min. Lesezeit

Krimidinner selbst machen oder buchen?

Ein gebuchtes Krimidinner im Restaurant und ein selbst veranstalteter Abend zu Hause kosten nicht nur unterschiedlich viel, sie kosten auch grundsätzlich Verschiedenes. Der eine Weg kostet Geld, der andere Zeit. Wer nur auf den Preis schaut, unterschätzt regelmäßig die Vorbereitung, und wer nur auf den Aufwand schaut, übersieht, wie schnell sich Eintrittspreise pro Person summieren. Hier stehen beide Rechnungen offen nebeneinander.

Krimidinner selbst machen oder buchen?

Was ein gebuchtes Krimidinner tatsächlich kostet

Kommerzielle Krimidinner werden meist als Dinner-Show in Hotels, Restaurants oder auf Schlössern angeboten. Profis spielen die Handlung vor, das Publikum rätselt mit, dazu gibt es ein mehrgängiges Menü. Die Preise liegen je nach Haus, Wochentag und Menü üblicherweise im Bereich von etwa achtzig bis hundertfünfzig Euro pro Person, bei Sonderterminen wie Silvester auch darüber. Getränke sind häufig nicht enthalten, Anfahrt und eventuelle Übernachtung kommen dazu. Für eine Gruppe von acht Personen landest du damit schnell zwischen sechshundert und tausendzweihundert Euro für einen Abend. Dafür bekommst du eine fertige Inszenierung, ein Menü, das du nicht kochst, und einen Raum, den du nicht aufräumst. Wichtig zu wissen: Bei diesem Format bist du überwiegend Zuschauer. Die Rollen liegen bei den Schauspielern, das Publikum stellt Fragen und tippt am Ende auf einen Täter. Wer eine eigene Rolle spielen möchte, findet das in dieser Preisklasse selten. Wer mit mehr als acht Personen plant, sollte außerdem früh buchen, denn beliebte Häuser sind an Samstagen oft Monate im Voraus ausgebucht, und Restplätze fallen regelmäßig in die höhere Preisgruppe.

Was die gebuchte Variante dafür wirklich bietet

Es wäre unfair, das gebuchte Format allein über den Preis abzuwerten, denn es leistet Dinge, die zu Hause nicht möglich sind. Ausgebildete Schauspieler halten eine Szene auch dann, wenn ein Gast querschießt, und sie improvisieren auf einem Niveau, das Laien schlicht nicht erreichen. Die Location trägt einen erheblichen Teil der Stimmung, ein Gewölbekeller oder ein Herrenhaus wirkt anders als ein Esszimmer. Das Menü kommt aus einer Profiküche und ist auf den Ablauf abgestimmt, die Gänge erscheinen genau dann, wenn die Handlung es verlangt. Und der vielleicht größte Vorteil: Der Gastgeber ist an diesem Abend selbst Gast. Wer einen runden Geburtstag feiert und nicht nebenbei organisieren will, bekommt hier etwas, das ein selbst veranstalteter Abend nicht bieten kann. Wenn Budget vorhanden ist und niemand Lust auf Vorbereitung hat, ist die gebuchte Variante die richtige Wahl, das lässt sich nicht schönrechnen. Auch die Verantwortung liegt woanders. Wenn das Essen zu spät kommt oder die Technik streikt, ist das nicht dein Problem, und dieser Punkt ist für Menschen, die ungern improvisieren, mehr wert als jede Ersparnis.

Was ein selbst veranstalteter Abend kostet

Die Rechnung für zu Hause hat vier Posten. Erstens das Szenario: Unsere Krimidinner-Boxen kosten je nach Gruppengröße zwischen 19,90 und 34,90 Euro, einmalig für die gesamte Runde, nicht pro Person. Du bekommst alles als PDF per Sofort-Download, es wird nichts verschickt. Zweitens der Druck: Charakterbögen, Hinweise, Ablaufplan und Ermittlungsmaterial liegen je nach Fall bei etwa vierzig bis siebzig Seiten. Zu Hause kostet das in Schwarzweiß wenige Euro, im Copyshop rechne mit fünf bis zwölf Euro, wenn du die Charakterbögen in Farbe möchtest. Drittens das Essen, für das du bei drei einfachen Gängen realistisch acht bis fünfzehn Euro pro Person kalkulierst. Viertens die Deko, und hier lautet die ehrliche Antwort: null Euro genügen. Kerzen, gedämpftes Licht und eine Playlist reichen völlig. Mehr zum Druckformat und zur Seitenaufteilung findest du unter /krimidinner-zum-ausdrucken. Dazu kommen Kleinigkeiten, die meist ohnehin im Haus sind: Briefumschläge zum Sortieren der Hinweise, Stifte und Blöcke für Notizen, ein paar Kerzen. Wer nichts davon besitzt, legt vielleicht fünf Euro drauf, mehr nicht.

Die versteckte Währung: deine Zeit

Hier wird der Selbermach-Weg ehrlich teuer, und diesen Posten unterschlagen die meisten Vergleiche. Rechne mit etwa dreißig Minuten für die Auswahl des Falls, einer Stunde für Druck, Sortieren und Beschriften der Umschläge, dreißig Minuten für die Rollenverteilung und den Versand der Charakterbögen, einer Stunde für Einkauf und zwei bis drei Stunden für Kochen und Tischvorbereitung am Tag selbst. Dazu kommt das Aufräumen am nächsten Morgen. In Summe sind das fünf bis sieben Stunden, verteilt über zwei Wochen. Wer diese Zeit ohnehin gerne investiert, weil Vorbereitung für ihn zum Fest gehört, spart dadurch mehrere hundert Euro. Wer sie nicht hat, sollte nicht so tun, als wäre sie kostenlos. Ein praktischer Mittelweg: Gib die Küche ab. Ein kaltes Buffet, bestelltes Essen oder ein gemeinsames Mitbringen der Gänge kürzt den größten Zeitblock heraus, ohne dass das Spiel darunter leidet. Ein Rat aus der Praxis: Schreib dir die Aufgaben auf und gib mindestens zwei davon ab. Den Druck kann eine andere Person übernehmen, den Nachtisch auch, und die Rollenverteilung macht sogar jemand gern, der die Gruppe gut kennt.

Rechenbeispiel für acht Personen

Variante A, gebucht: acht Karten zu je hundert Euro ergeben achthundert Euro, dazu Getränke mit etwa hundertsechzig Euro und Anfahrt mit rund vierzig Euro. Macht ungefähr tausend Euro für den Abend, also etwa hundertfünfundzwanzig Euro pro Person. Vorbereitungszeit: eine halbe Stunde für die Buchung. Variante B, selbst veranstaltet: Szenario für 24,90 Euro, Druck im Copyshop für rund zehn Euro, Essen für drei Gänge mit etwa neunzig Euro, Getränke mit sechzig Euro. Macht ungefähr hundertfünfundachtzig Euro, also etwa dreiundzwanzig Euro pro Person. Vorbereitungszeit: fünf bis sieben Stunden. Der Unterschied liegt bei rund achthundert Euro, umgerechnet ungefähr hundertdreißig Euro pro investierter Stunde. Ob das ein gutes Geschäft ist, entscheidet jeder für sich. Wenn die Gäste sich die Kosten teilen, liegt Variante B bei etwa drei Euro pro Person über einem normalen gemeinsamen Abendessen, und dafür bekommt ihr ein komplettes Abendprogramm. Zwischen den beiden Extremen liegen viele Zwischenformen. Wer das Essen bestellt statt kocht, landet bei etwa vierzig Euro pro Person und spart damit immer noch rund zwei Drittel gegenüber der gebuchten Variante.

Wann sich welcher Weg lohnt

Buche, wenn du selbst gefeiert wirst, wenn die Gruppe sehr gemischt ist und keine Vorbereitung mitträgt, wenn der Anlass ein Firmenessen mit Repräsentationscharakter ist oder wenn du schlicht keine Zeit hast. Mach es selbst, wenn du mehr als sechs Leute einladen willst, ohne dass das Budget explodiert, wenn deine Gäste selbst eine Rolle spielen möchten statt zuzuschauen, wenn du den Termin frei wählen willst statt aus einem Spielplan, oder wenn du das Ganze wiederholen möchtest. Ein dritter Weg wird oft übersehen: das selbst veranstaltete Krimidinner mit maßgeschneidertem Fall. Dabei bleibt der Abend in deiner Hand, aber die Handlung ist auf deine Gruppe und deren Namen zugeschnitten, inklusive Anspielungen, die nur ihr versteht. Das liegt preislich zwischen den beiden Extremen und ist vor allem für Jubiläen und runde Geburtstage interessant. Wie so ein Fall entsteht, erklären wir unter /krimidinner-nach-mass. Und noch eine Beobachtung: Wer einmal selbst veranstaltet hat, macht es meist wieder, weil der zweite Abend nur noch die halbe Vorbereitung kostet. Sortieren, Drucken und Takten gehen ab dem zweiten Mal deutlich schneller von der Hand.

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Häufige Fragen

Warum ist ein gebuchtes Krimidinner so viel teurer?+
Weil du dort Menschen bezahlst: Schauspieler, Küche, Service und die Räumlichkeit. Beim Selbstveranstalten zahlst du nur das Szenario einmalig, den Rest bringst du selbst ein. Der Preisunterschied ist also kein Qualitätsunterschied, sondern ein Leistungsunterschied.
Können sich die Gäste die Kosten teilen?+
Das ist sogar üblich. Bei acht Personen liegen Szenario und Druck zusammen bei ungefähr vier Euro pro Kopf, mit Essen und Getränken bei etwa dreiundzwanzig Euro. Viele Gruppen legen einfach zusammen, wie bei einem gemeinsamen Abendessen auch.
Darf ich ein gekauftes PDF für mehrere Gruppen nutzen?+
Für deinen privaten Gebrauch ja, du kannst denselben Fall später mit einer anderen Runde spielen und dafür erneut ausdrucken. Nicht erlaubt ist die Weitergabe der Datei an Dritte oder die gewerbliche Nutzung, etwa als kostenpflichtige Veranstaltung.
Lohnt sich der Copyshop oder drucke ich zu Hause?+
Bei einem Heimdrucker mit ausreichend Toner druckst du günstiger. Sobald du Farbe für die Charakterbögen möchtest oder dein Drucker langsam ist, ist der Copyshop für fünf bis zwölf Euro der entspanntere Weg, vor allem am Vorabend.

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